Klettern und Bouldern: zwei Arten, die Wand zu erobern
Klettern ist Vertikalsport mit Köpfchen. Ihr sichert euch mit Seil, lest den Fels wie ein Rätsel und werdet oben mit Aussicht belohnt. Bouldern ist die kompakte Variante: Ihr bleibt in Absprunghöhe, braucht kein Seil, und kurze, knifflige Boulderprobleme sind ein Puzzle für Körper und Kopf. Beides trainiert Kraft, Balance und Konzentration und macht in der Gruppe doppelt Spaß. Wie sieht das Ganze bei uns aus? Klettern und Bouldern in der Region Tuttlingen bedeutet vor allem eins: Kalkfelsen im Oberen Donautal, nur eine Zugfahrt entfernt. Wir zeigen euch, wo ihr loslegen könnt.



Das Obere Donautal: euer Kletterrevier vor der Haustür
Zwischen Tuttlingen und Sigmaringen schneidet sich die Donau durch die Schwäbische Alb. Das Donautal bietet viele große Felsen von hervorragender Qualität, dazu kurze Wege und eine herzliche Szene. Hier gibt es sogar die höchsten Wände des Landes, am Schaufels (Schaufelsen) sind es bis zu 120 Meter. Wer Zug fährt, steigt in Tuttlingen ein, denn das Tal ist sehr gut an den ÖPNV angebunden. Regionale Kletterführer beschreibendie Felsen ausführlich.
Die Klassiker: Schreyfels, Stuhlfels und Fuchsfels
Einsteiger im Fels starten am Schreyfels mit der Opakante (III+) oder am Stuhlfels mit dem Normalweg (III+). Etwas ambitionierter wird es am Blicklesfels mit „Via Lochus” (V+) oder am Löchlesfels. Der Fuchsfels bietet 44 Routen zwischen 5+ und 9 mit 20 bis 40 Metern Wandhöhe. Die „Kleine Kante” (6+) ist dort immer einen Besuch wert. Wer es schwerer mag, probiert die Alte Hausener Nordwand oder den Dachstein im siebten Grad.
Kreuzfelsen Kolbingen: Genuss direkt im Landkreis
Direkt in unserem Landkreis sind die Kreuzfelsen bei Kolbingen gelegen. Sie gelten als Revier für Genusskletterer und sind ein guter Tipp, wenn ihr die Region ruhiger erleben wollt als an den bekannten Donautal-Wänden.
Bouldern: eher Halle als Fels
Ehrliche Auskunft aus unserer Recherche: Etablierte Bouldergebiete im Freien habe ich in der Region nicht gefunden. Zum Bouldern geht ihr deshalb am besten in die Halle. In Tuttlingen befindet sich die DAV-Kletteranlage. Details zu Öffnungszeiten und Angebot findet ihr direkt beim DAV Tuttlingen. Weiter entfernt lohnen sich die Volksbank Vertical in Überlingen mit 700 Quadratmetern Boulderfläche und einer 15 Meter hohen Außenwand sowie die DAV-Boulderhalle Räumle Reutlingen.
Sicherheit und Naturschutz: das gilt im Donautal
Im Donautal ist ein Helm Pflicht, und zwar für Kletternde wie für Sichernde. Viele Felsen werden in der ersten Jahreshälfte wegen der Vogelbrut flexibel gesperrt. Aktuelle Infos findet ihr bei der IG-Klettern Donautal / Zollernalb und auf den Schildern vor Ort. Wildes Übernachten im Van ist im ganzen Oberen Donautal verboten. Die beste Zeit zum Klettern liegt zwischen April und November, und im Sommer eignen sich schattige Felsen besonders gut.
Euer Tagesplan: erst Fels, dann Einkehr
Startet morgens am Parkplatz und steigt über den Jägersteig zum Fuchsfels auf. Nach der Kletterei lohnt sich eine Wanderung von Fridingen über Laibfels und Stiegelesfelsen zum Knopfmacherfelsen mit Blick auf die Kalkwände. Einkehren könnt ihr im Berghaus Knopfmacher oder an der Donau mit regionaler Küche. Wenn das Wetter nicht mitspielt, tauscht ihr den Fels gegen die Halle.
Klettern und Bouldern in der Region Tuttlingen lohnt sich
Wer Klettern und Bouldern in der Region Tuttlingen entdecken will, findet im Oberen Donautal ein Revier mit Charakter: Kalk, Aussicht und kurze Wege. Sucht euch einen Einsteigerfels wie den Schreyfels, besorgt euch einen aktuellen Kletterführer, tragt einen Helm und prüft vorab die Sperrungen. Bouldern könnt ihr in den Hallen der Umgebung. Packt Seil, Kreide und gute Laune ein, und dann: ab nach oben.
Ihr sagt ja zu Sport aber nein zu schwindelerregenden Höhen? Dann ab ins Fitnessstudio!


